Sanierung (ab 1997)

1997 Den Verfall stoppen

  • Freilegen der Gebäude und Entfernen von Schutt, Müll, Stroh usw.
  • erste Gespräche mit Behörden, Baufirmen, Versorgungsunternehmen
  • Erarbeitung eines Sanierungs- und Nutzungskonzeptes
  • Leider verging wertvolle Zeit, bis wir am 18.11.1997 endlich den Kaufvertrag unterzeichnen konnten. Kurz zuvor stürzte der Dachstuhl des Westflügels des Herrenhauses ein, zum Glück wurde niemand verletzt!
  • Sicherung der Baustelle, durch Schilder, Zäune, Einbau von Bautüren usw.
  • Dokumentation des Zustandes aller Gebäude durch Bauhistoriker
  • Abriss des restlichen Herrenhausdaches und Errichtung eines Notdaches, um weiteres Eindringen von Wasser zu verhindern und den Verfall zu stoppen

1998 Sicherung des Torhauses/Erneuerung von Dach und Fachwerk der Westscheune

Am ersten Arbeitstag des Jahres mussten wir leider feststellen, dass der bereits fertige Teil des Notdaches den heftigen Dezemberstürmen nicht gewachsen war und vom Herrenhaus gefegt wurde. Das Dach wurde aber schnell wieder repariert und besser befestigt, sodass es die nächsten Jahre seinen Zweck erfüllen konnte.

  • grundhafte Sicherung des einsturzgefährdeten Torhauses und Wiederverschließen des Ausbruches an der Außenseite. Die Vernadelungen, das Verpressen und die Ausmauerung mit Bruchsteinen erfolgte durch die Firma Bennert/Hopfgarten.
  • Beginn der Ausbauarbeiten in der Westscheune, welche heute die Ferienwohnungen beinhaltet. Gleich beim Ausschachten des Fußbodens die erste »böse« Überraschung: Wasser. Als wir bis zu den Oberschenkeln darin standen war uns klar, dass wir erst einmal eine Drainage zur Trockenlegung des Gebäudes brauchen. Aber da in Positz alles etwas größer ist, bedeutete dies gleich 50 Meter Drainage und weitere 50 Meter Kanal zum Wegleiten des Wassers zu verlegen.
  • Sanierung der gesamten Fachwerkwand auf der Hofseite und im Gebäudeinneren
  • Sanierung des Dachstuhls, Einbau von Gauben und Neueindeckung

1999 Rohbausanierung des Torhauses/Erschließung Strom, Wasser, Abwasser

Leider waren alle tragenden Holzbauteile des Torhauses durch Wassereinwirkung unbrauchbar geworden, sodass wir bis zum Erdgeschoss abreißen mussten.
Wir konnten die neue Fachwerkwand und die Dachkonstruktion auf den gesicherten Grundmauern aufbauen.

 

2000 Innenausbau Torhaus und Westscheune

Zuerst wurde Raum für Raum unsere eigene Wohnung im Torhaus fertig, sodass wir endlich auf dem Rittergut einziehen konnten. Vieles wurde dadurch, dass wir nun ständig vor Ort waren, einfacher. Aber das hieß vorallem »Leben auf der Baustelle«. Anfangs bestand unsere Wohnung aus dem Bad, dem Flur (der auch Küche und Esszimmer war) und einem Zimmer, welches als Wohn-, Arbeits-, Schlaf- und Kinderzimmer dienen musste.

In der Westscheune wurde bis kurz vor Ankunft der ersten Gäste, welche Ihren Silvesterurlaub auf dem Rittergut verbrachten, in den Ferienwohnungen gearbeitet.

2001 Herrenhaus-Westflügel und Gewölbesanierung

Nachdem unsere Anträge bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mehrmals abgelehnt wurden, erhielten wir nun doch überraschend einen positiven Fördermittelbescheid für die Sanierung des Westflügels des Herrenhauses. Wir kämpften uns vom Erdgeschoss bis zum Dachstuhl hinauf und konnten im Sommer 2001 das neue Walmdach wieder mit Biberschwanzziegeln eindecken.
Das maschinelle Verfugen des Gewölbekellers unter dem Herrenhaus konnte durch die großzügige Direktspende eines Privatmannes an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz finanziert werden.

2002 Herrenhaus-Südflügel/Gestaltung der Außenanlagen und der Hoffläche

An die Erfolge beim Bau des Westflügels anknüpfend und durch die Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, des Landesamtes für Denkmalpflege und der Dorferneuerung, führten wir die Sanierung des Herrenhauses im Südflügel weiter. Wir erreichten unser Ziel, das gesamte Herrenhaus wieder in seiner ursprünglichen Form aufzubauen, allerdings nur indem wir an die Grenzen (und darüber hinaus) unserer körperlichen und finanziellen Möglichkeiten gingen.
Die Gestaltung der Außenanlagen und der Hoffläche berücksichtigte die historische, vorwiegend landwirtschaftliche Nutzung des Gutes sowie die heutigen Anforderungen an ein Wohn- und Urlaubsobjekt mit touristischer Ausrichtung.

2003 Spelunke – Sommerwirtschaft mit Laubengang

Zwischen Herrenhaus und Scheunengebäude, wo erst ein Stall aus Hohlblocksteinen und Wellasbestplatten stand, entstand ein schöner Platz zum Feiern und gemütlichem Beisammensein. Das kleine Gebäude besteht aus alten Balken, abgelaufenen Bodenplatten und Handstrichbiberschwänzen und fügt sich harmonisch in das Gebäude-Ensemble ein.
Die Geschlossenheit der Anlage konnte somit wiederhergestellt werden. Außerdem kann man von hier aus ein herrliches Panorama des Orlatals genießen.

Weiterhin konnte 2003 der Traum vom Wiederaufbau des Herrenhauses endgültig verwirklicht werden: Der letzte Biberschwanzdachziegel kommt aufs neue Walmdach.

 

 


2003 bis heute

Stück für Stück kamen und kommen wir weiter voran, das Rittergut Positz als Ganzes wiederherzustellen, zu erhalten und seinen Charakter zu wahren, getreu unserem Motto:

»Die alten Gemäuer mit Leben zu erfüllen, ist unser Ziel.«